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Verhaltensauffälligkeit oder psychische Erkrankung? - Der Versuch einer Abgrenzung

Menschen mit Intelligenzminderung verfügen über eine erhöhte Verletzbarkeit)sowie sehr eingeschränkte Möglichkeiten mit Anspannung und Stress umzugehen bzw. diesen zu regulieren. Werden die Grenzen der Belastbarkeit überschritten, können dadurch Krisensituationen mit aggressiven Durchbrüchen entstehen oder zu psychischen Erkrankungen führen. Ursache ist Stress. Nicht zuletzt sind wir professionelle Betreuer*innen und Assistent*innen diejenigen, die Stress erzeugen, Anforderungen nicht personenspezifisch formulieren und dem individuellen Leistungsniveau sowie emotionalem Entwicklungsstand anpassen und umsetzen. Um die Entstehung solcher Situationen zu verhindern und ihnen professionell begegnen zu können, müssen den betreuenden Personen, die individuellen Defizite, Stärken, Vorlieben, Lebensthemen und Ressourcen der Klient*innen bewusst sein.

 

Andererseits kann eine erhöhte Vulnerabilität und Sensibilität auf Stress auch immer Symptom einer beginnenden körperlichen oder psychischen Erkrankung sein, die uns zunächst nicht offenbar scheint.

 

Der sozio-emotionale Entwicklungsstand eines Menschen gibt wesentliche Erkenntnisse über seine Erlebens- und Verhaltenswelt, seine Bedürfnisse, was ihm wichtig ist und wie er seine Welt sieht. Dieser Entwicklungsstand kann mittels der SEED-Diagnostik (Skala der emotionalen Entwicklung) erfasst werden. Das Dominikus-Ringeisen-Werk hat sich und seine Mitarbeitenden (teilweise) bereits mit dem Prinzip der SEED-Diagnostik vertraut gemacht. Die Diagnostik ist das Eine, die Umsetzung in unsere alltäglichen praktischen Arbeit das Andere.

 

Was bedeutet die SEED-Diagnostik für meine Arbeit, Haltung, den alltäglichen Umgang sowie die Entwicklung individueller pädagogischer Konzepte für jene, denen wir tagtäglich unsere Aufmerksamkeit und Energie schenken? Berücksichtigen wir den emotionalen Entwicklungsstand nicht ausreichend bei der Gestaltung des Umfelds, der Anforderungen und im Umgang, dann können in alltäglichen Situationen, als auch überdauernden Prozessen ein hohes Maß an Stress entstehen. Das heißt kurzum, die Themen Stressentstehung und Stressbewältigung gewinnen deutlich an Bedeutung und benötigen entsprechende Berücksichtigung in der Betreuung von Menschen mit Beeinträchtigungen. Gezielte pädagogische Umgangskonzepte, u.a. auf Basis des SEED, sollten uns befähigen, jene Faktoren begünstigend beeinflussen zu können, sodass auch wir mit einem guten Gefühl nach Hause gehen können.

 

Aus der Komplexität ergeben sich dringende Fragen, die es gilt zu beantworten:

Wie viel Nähe oder Distanz braucht ein Mensch wenn er Stress erlebt?

Wie dürfen Professionelle mit dem eigenen Stress in schwierigen Situationen des beruflichen Alltags umgehen?

Muss man als Mitarbeiter/in alle Bedürfnisse befriedigen?

Wo liegen die eigenen Grenzen?

 

Ansatzpunkte für mehr Klarheit und Sicherheit im täglichen Umgang mit Betroffenen sind nicht nur Einstellungen und Verhalten der einzelnen Fachkräfte, sondern auch deren Kooperation untereinander und die konsequente Gestaltung der institutionellen Rahmenbedingungen.

SEED-basierte Verhaltensanalyse mit fallspezifischen Ansätzen

Was führt bei diesem Personenkreis zu Stressentwicklung?

Differenzialdiagnostische Abklärung zu anderen ähnlichen Störungsbildern oder ähnlichem herausforderndem Verhalten

Balance von Nähe und Distanz

Reflexion der Rollen- und Beziehungskonflikte, Verständnisschulung

Kooperation und Haltung im Team, Gestaltung von äußeren Strukturen

Termine

# Termin Ort / Raum
1
Montag 09.11.2026 09:00–16:30 Uhr
Ort / Raum
Dominikus-Ringeisen-Werk
Dominikus-Ringeisen-Werk
2
Dienstag 10.11.2026 09:00–16:30 Uhr
Ort / Raum
Dominikus-Ringeisen-Werk
Dominikus-Ringeisen-Werk
  • Gebühr:
    373,00 €
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  • Kursnummer: 2026/2110
  • Start:
    Mo. 09.11.2026
    09:00 Uhr
    Ende:
    Di. 10.11.2026
    16:30 Uhr
    Dieses Angebot richtet sich vor allem an Fachkräfte und Mitarbeitende in Fachdiensten des Dominikus-Ringeisen-Werks, welche bereits erste Erfahrungen mit der SEED-Diagnostik sammeln konnten und ihr Anwenderwissen hierzu nun vertiefen möchten.
  • 8 Unterrichtseinheiten
  • Anmeldeschluss: Fr. 30.10.2026
  • Plätze: min. 12 / max. 20
  • Dozent*in:
  • Geschäftsstelle: Ursberg
  • Kontakt:
    Fragen zur Buchung: Juliana Teichner 08281 92-2155 juliana.teichner@drw.de